Agile Open Fire – Sketchnotewand

Die Sketchnote-Wand (Foto: Fabian Schiller @fabianschiller)

Natürlich muss nicht jeder visuelle Notizen (Sketchnotes) erstellen. Meine Überzeugung ist, dass jeder selbst herausfinden muss, ob die Methode einem taugt oder Mehrwert bietet.

Dennoch glaube ich fest daran, dass ein Rahmen geschaffen werden kann um auch Neulingen den Einstieg in die Technik mit konkretem Praxisbezug zu ermöglichen.

Sketchnotes bilden aber auch immer eine persönliche Perspektive (unter Berücksichtigung des Kontextes des Erstellers) auf das visualisierte Geschehen ab. Ganz praktisch gesehen, kann ich auch nicht mehrere Rollen ausfüllen oder an mehreren Orten gleichzeitig sein. Daher kann es von großem Nutzen sein, wenn mehrere Personen visuelle Notizen beisteuern, um einen multidimensionalen Gesamteindruck zu ermöglichen, Wissen zu sammeln, zu dokumentieren und auf vielfältige Art und Weise Einstiege für Gespräche zu ermöglichen.

Was braucht es dazu?

  • Individuen, die gerne Neues ausprobieren
  • eine Kultur, die Experimente und das Festhalten und Teilen von Wissen fördert
  • eine Basis-Austattung mit Materialien und Grundlagenwissen
  • einen Ort zur Präsentation und zum Austausch

Beim Agile Open Fire in Nürnberg, einer Un-Konferenz zu Agilität im Open Space Format, waren all diese Rahmenbedingungen erfüllt.

Der Tag gliederte sich in eine Willkommensession, acht parallele Sessions (jeweils rund eine Stunde) in fünf Zeitfenstern (mit Mittagspause), einer Abschlusssession und anschließendem Netzwerken.

Um die Arbeitsergebnisse und Diskussionen aus den Sessions allen zugänglich zu machen, wurden die gestalteten Flipchart-Papiere mit Wäscheklammern an einer Wäscheleine befestigt. Die Wand mit den Sketchnotes stellte dazu eine super Ergänzung dar, wie ich finde.

Pre-Events

Vor dem eigentlichen Event hatten die Teilnehmer*innen (die korrekterweise in diesem Format Teilgeber*innen sind, da sie mit eigenen Beiträgen, Vorträgen, Fragestellungen ihren Beitrag zum Format leisten, die Möglichkeit an unterschiedlichen Pre-Events teilzunehmen. Neben dem Get-Together am Vorabend der Veranstaltung, gab es einen Vortrag per Video-Call mit anschließender Fragerunde (Linda Rising zum Thema Widerstand) und zwei Video-Call-Termine für Sketchnote-Workshops mit Marianne Rady.

Visualisierung des Pre-Events mit Linda Rising
Visualisierung des Pre-Events mit Marianne Rady

Goodies

In der Agile Open Fire Mappe für alle Teilnehmer*innen befand sich ein Sketchnote-Starter-Kit: stabiles DIN A4 Papier und eine kleine feine Stiftauswahl.

Sketchnote-Wand

Bei der Veranstaltung wurde an zentraler Stelle eine Wand für die Sketchnotes der Teilnehmer*innen reserviert. Als kleinen Anreiz die visuellen Notizen des Tages dort zu präsentieren, hatten alle Sketchnoter*innen, die ihre entstandenen Sketchnotes an diese Wand klebten, die Chance,eines von zwei Sketchnote-Büchern von Nadine Roßa zu gewinnen.

Am Morgen der Veranstaltung gestaltete ich die Wand mit einem großen Agile Open Fire Logo und den Sketchnotes, die ich im Rahmen der Pre-Events erstellt hatt.

Über den Tag hinweg füllte sich die Wand mit Sketchnotes der Teilnehmer*innen. Ich ergänzte diese um visualisierte Schlüsselbotschaften.

Die Sketchnote-Wand (Foto: Fabian Schiller @fabianschiller)

Sketchnote-Session

Da nicht alle interessierten Teilnehmer*innen an Mariannes Sketchnote Workshop vorab teilnehmen konnten, entschied ich mich spontan dazu eine kurze Sketchnote-Session für all diejenigen zu machen, die noch nicht ganz bereit waren. Ich beantwortete allerhand Fragen, insbesondere zum Layout, zeichnete einige einfache Symbole, wies immer wieder auf den möglichen Gewinn (Sketchnote-Bücher) hin und hoffte, dass die Teilnehmer*innen nicht verschreckt den Stift fallen und das Sketchnoten sein lassen.

Zukünftig werde ich diese Session noch besser vorbereiten.

Sketchnote-Session (Foto: Fabian Schiller @fabianschiller)

Austausch über den Tag

Als Sketchnote-Expertin stand ich den Tag über für Fragen parat, bei mir konnte man Stifte testen oder sich über die Sessions austauschen. Zuerst bin ich ein wenig umher gewandert, das ist bei einem Open Space durchaus auch nicht unüblich. Jedoch habe ich gemerkt, dass es doch eine gewisse Zeit erfordert um entsprechend in die Themen einzutauchen. Anschließend habe ich Inhalte aus den Sketchnotes der Teilnehmer*innen, aus dem direkten Austausch und aus Tweets extrahiert und visualisiert.

Im Austausch mit Teilnehmer*innen (Foto: Fabian Schiller @fabianschiller)

Ich kann mir sehr gut vorstellen, die Teilnehmer*innen zukünftig noch stärker mit ihrem Blickwinkel in die Dokumentation einzubeziehen.

Fazit

Ich war überwältigt von der Anzahl und der Qualität der Sketchnotes, welche zum Ende der Veranstaltung an der Wand klebten. Teilweise gab es mehrere Sketchnotes einer Session. Auch totale Sketchnote-Neulinge trauten sich ihre Werke an der Wand zu präsentieren. Durch die Anordnung als Collage konnte ich flexibel auf die eintrudelnden Sketchnotes reagieren und ordnete diese hin und wieder um. Ein großes Abenteuer, dass mir sehr viel Freude gemacht hat. Tausend Dank an alle, die eine oder mehrere Sketchnotes beigesteuert haben und an das tolle Orga-Team des ersten Agile Open Fire.

Ausschnitte aus dem Graphic Recording über den Tag

Ein Gedanke zu „Agile Open Fire – Sketchnotewand“

  1. Schöner und interessanter Artikel. Toll geschrieben. Hat sicher sehr viel Spaß gemacht den Teilnehmern das Thema näher zu bringen. Es ist auch immer wieder schön wie begeistert und dankbar die Teilnehmer sind wenn sie sehen wie schnell und einfach sie selbst in das Thema einsteigen können.

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