Strategie visualisieren heißt für mich, aus vielen Gedanken, Perspektiven und Informationen ein Bild zu entwickeln, mit dem Menschen weiterarbeiten können. Das passiert in ganz unterschiedlichen Situationen, überall dort, wo mehrere Menschen an einer gemeinsamen Richtung arbeiten. So unterschiedlich diese Situationen sind, die Frage, die mich dabei immer wieder beschäftigt, bleibt dieselbe:
Aber wann ist dieses Bild, das Strategiebild, eigentlich fertig?
Das Bild kann immer noch ein bisschen besser werden. Vollständiger. Ein weiterer Zusammenhang. Eine weitere Verbindung. Ein weiterer Begriff, der das Thema genauer beschreibt. Und weil ich gerne genau hinschaue und gerade das Wichtige nicht übersehen möchte, könnte ich mich sehr lange mit einem solchen Bild beschäftigen.
Deshalb stelle ich mir eine andere Frage:
Können die Menschen mit dem entstandenen Bild jetzt weiterarbeiten?
Diese Frage ist für mich grundlegend, wenn es darum geht, eine Strategie zu visualisieren. Ein Bild kann nicht alles abbilden. Und das muss es auch nicht. Es muss auch nicht für jeden sofort eindeutig sein. Aber es sollte die Gedanken, Perspektiven und Zusammenhänge sichtbar machen, die für die weitere Arbeit relevant sind.
Vielleicht entsteht daraus eine neue Frage, eine andere Sichtweise, eine konkrete Entscheidung oder dieser kurze Moment
„So kann man es auch sehen.“


Was kommt bei dir an?
Was schicke ich los?
Diese beiden Fragen laufen bei mir beim Strategie Visualisieren ständig mit. Denn zwischen dem, was jemand sagt, und dem, was bei anderen ankommt, liegt manchmal ganz schön viel. Ein Begriff kann für fünf Menschen fünf verschiedene Dinge bedeuten. Eine Strategie kann auf dem Papier eindeutig aussehen und trotzdem ganz unterschiedlich verstanden werden.
Deshalb zeichne ich nicht einfach alles mit, was gesagt wird. Ich höre zu, sortiere, verbinde, hinterfrage und wechsle die Perspektive. Was gehört zusammen? Wo liegen die Unterschiede? Was fehlt? Was könnte eine andere Person darin sehen?
Es geht mir dabei nicht darum, alle Perspektiven zu einer einzigen „richtigen“ Antwort zusammenzuführen. Vielmehr möchte ich sie sichtbar machen, damit man mit ihnen weiterarbeiten kann.
Was mir dabei hilft, ist nicht nur Gespür. Ich will wirklich verstehen, was gemeint ist. Wenn jemand bei einem Begriff zögert oder diesen anders formuliert als eine andere Person zuvor, frage ich nach. Um keinen unausgesprochen Konflikt zu übersehen. Wenn dieser unentdeckt bleibt, zeigt es Sicht meist erst später und dann mitunter auch teurer. Als stilles Aneinander-vorbei-Arbeiten, das erst nach Monaten auffällt, als Projekt, das ins Stocken gerät, weil ein zentraler Begriff nie wirklich geklärt wurde oder als Entscheidung, die zwei Abteilungen völlig unterschiedlich umsetzen.
Ein Strategiebild darf etwas auslösen
Vielleicht erkennt jemand einen Zusammenhang, den sie vorher nicht gesehen hat. Vielleicht wird eine Diskussion konkreter. Vielleicht taucht eine neue Frage auf. Vielleicht widerspricht jemand dem Bild. Immer wieder höre ich danach, wie hilfreich gerade die Fragen waren, die ich im Prozess gestellt habe. Nicht das Bild allein, sondern das Nachfragen hat etwas in Bewegung gebracht. Das Bild ist für mich kein Endpunkt. Es ist ein Arbeitsbild. Es darf weitergedacht, verändert und ergänzt werden.
Und genau deshalb ist für mich ein Bild nicht dann fertig, wenn nichts mehr daran verändert werden könnte.
Es ist fertig, wenn es etwas verändern kann.
Wenn unterschiedliche Menschen, Informationen und Perspektiven zusammenkommen, entsteht nicht automatisch ein gemeinsames Bild.
Ich helfe beim Strategie Visualisieren, live im Graphic Recording oder in der vertieften Arbeit an einem Strategiebild-Prozess. Graphic Recording begleitet als visuelles Protokoll den Moment: Ich zeichne live mit, während gesprochen, diskutiert und entschieden wird. Ein Strategiebild-Prozess geht tiefer. Das Bild entsteht in mehreren Schritten. Mit Zeit zum Nachfragen, Prüfen und Verdichten.
Wenn Menschen über Strategien sprechen, kommen in der Regel unterschiedliche Detailebenen, (Fach-)Sprachen und Prioritäten zusammen. Meine Aufgabe ist es, das Wesentliche von dem zu trennen, was gerade nicht entscheidend ist. Es geht nicht um Vereinfachen, sondern darum Komplexität arbeitsfähig zu machen.
Wenn du gerade an so einem Punkt stehst, an dem viele Perspektiven ein gemeinsames Bild brauchen: