Internationales Sketchnotecamp in Paris, ein Familientreffen

Mein Programm beim #isc19fr

Mein Programm beim #isc19fr

2017 fand das erste internationale Sketchnotecamp in Hamburg statt. Damals fuhr ich ohne große Erwartungen von München aus Richtung Norden. Persönlich kannte ich damals niemanden aus der Sketchnote-Community, freute mich daher sehr, einige bekannte Gesichter aus dem Internet endlich live kennen zu lernen und natürlich auch darauf, viel Sketchnote-Wissen aufzusaugen. Keine zwei Jahre und zwei internationale Sketchnotecamps später, will ich diese Tage im Jahr nicht mehr missen.

Die Eckdaten

#isc19fr - 170 Teilnehmer aus 15 Nationen

#isc19fr – 170 Teilnehmer aus 15 Nationen

Das internationale Sketchnotecamp fand in diesem Jahr vom Mittwoch, den 21. bis zum Freitag den 23. August zum dritten Mal in Louveciennes bei Paris (nach Lissabon im vergangenen Jahr) statt. Zweieinhalb Tage Zeit also, um mit Sketchnotern aus 15 Ländern über Material zu philosophieren, alte und neue Gesichter zu sehen und voneinander zu lernen. 170 Teilnehmer vom Sketchnote-Anfänger bis zum Vollprofi brannten darauf ihr Wissen zu teilen und Neues zu erfahren. Und ich zwischendrin. Das Sketchnotecamp wird in jedem Jahr von einem Länderteam aus der Community geplant und ausgerichtet. In diesem Jahr war die französische Community besonders zahlreich vertreten. Wobei natürlich nicht jeder Franzose sein muss, der französisch spricht, aber dazu später mehr 😏. In diesem Jahr wurden zwei Pakete angeboten. Der Besuch des Sketchnotecamps inklusive Mittagessen und Kaffeepausen und das „Rundum-Sorglos-Paket“ mit Abendessen, Frühstück und Übernachtung vor Ort. Ich habe die zweite Option gewählt.

Abhängen unter Freunden - mein Sketchnote-Selfie

Abhängen unter Freunden – mein Sketchnote-Selfie

Die diesjährige Veranstaltung fand unter folgenden drei Themenschwerpunkten statt:

  • Lernen und Lehren (Learning and Teaching)
  • Befähigen und Gedeihen (Empowering and Bloomington)
  • Arbeiten und Kooperieren (Working and Cooperation)

Es gab vier Räume unterschiedlicher Größe in denen parallel jeweils einstündige Sessions mit je einer halben Stunde Pause dazwischen stattgefunden haben. Die Sessions wurden großteils vorab eingerichtet und am ersten Abend mit spontanen Einreichungen ergänzt. Flankiert wurde der Sessionplan von weiteren Angeboten, die vor Allem Sketchnotecamp-Neulingen den Anschluss garantierten, wie beispielsweise einer Schatzsuche im Park und einem visuellen Bingo-Spiel.

Begrüßung und Song

Unser Song „I can, I can, I can sketchnoting you“

Mein Programm

Nach dem Start am Mittwoch mit Begrüßung und gemeinsamen Singen zog es mich am Donnerstag nach der inspirierenden Keynote von Mike Rohde zu einer ganz besonderen Session.

Keynote Mike Rohde

Sketchnote zur Keynote von Mike Rohde

Mandala aus Naturmaterialien

Wir gingen zusammen in den wunderschönen Park und legten in Stille gemeinsam ein Mandala aus Naturmaterialien, die wir um uns herum einsammelten. Nicht nur das Ergebnis war wunderschön, sondern auch die Erfahrung. Ich fühlte mich angekommen an diesem Ort und beim Internationalen Sketchnotecamp und ich merkte, dass mein Schulfranzösisch noch irgendwo in mir drin schlummert und ich so rund 80% der Austauschrunde verstehen konnte. Ich freute mich auch sehr darüber, so aktiv und kooperativ in den Tag starten zu können.

Templates

Bei der nächsten Session mit Willemien Brand zu Templates wurden wir auch direkt wieder aktiv gefordert. Einzeln und in Kleingruppen erstellten wir Vorschläge für Ablauf-Templates/Roadmaps. Die Ergebnisse an der Wand zu sehen, war Inspiration pur. Ich habe mir vorgenommen, mehr Zeit in Symbole und Symbolkombinationen zu investieren und die Bücher von Willemien Brand habe ich mir auch direkt besorgt.

Sketchnote zu Templates

Sketchnote zu Templates

#Sketchnote4Good

Magalie LeGall und Céline Pernot-Burlet stellten uns Ihre positiven Aktionen mit Sketchnotes im Bereich der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes vor. „Tue Gutes und spreche darüber!“. Alle Teilnehmer durften sich durch eine Zeichnung auf einer Postkarte auf ihre nächsten Schritte, seien diese noch so klein, verpflichten.Sketchnote zu #sketchnote4good

Sketchnote zu #sketchnote4good

Urbansketching

Das Zeichnen im Park war für mich der gelungene Abschluss dieses Nachmittags. Mathieu Letellier, Urban Sketcher und Graphic Recorder, teilte mit uns sein Wissen und zeigte uns wie das Urbansketching funktioniert. Ich war so geflashed von den neuen Erkenntnissen, dass ich die Schatzsuche ausfallen ließ und lieber noch etwas zeichnete.

Blindzeichnen beim Urbansketching

Blindzeichnen beim Urbansketching

Improvisation mit Eva-Lotta

Eva-Lotta Lamm eröffnete mit ihrer Keynote den letzten Tag des Sketchnotecamps. Sie zeichnete mit uns, auf einfachem Din A4-Papier und mit Tiergeräuschen. Mit geschlossenen Augen, mit links, mit geraden Linien, in Kuven, frei nach dem Zitat von Paul Klee „Die Linie ist ein Punkt, der spazieren geht.“

Liberating Sketching

Nach dem wunderbaren Einstieg in den Tag, ging es interaktiv weiter. Mit den Karten „50 tips vor graphic facilitation“ übten wir eigenständig nach dem Liberating Structures Konzept unsere Zeichentechniken. Anschließend gestalteten wir kooperativ ein Plakat. Cédric Pontet, ein agiler Coach, der die Session anbot teilte mit uns die Erfahrung, dass er diese Übung normalerweise mit Gruppen macht, die sehr gut zusammenarbeiten, jedoch weniger gut Zeichnen können, bei uns war es eher anders herum.

Zeichenübungen bei Liberating Sketching

Zeichenübungen bei Liberating Sketching

Visuals at Work – Sketchnotes bei der Arbeit

Mir ist es besonders wichtig, dass Sketchnotes und Visualisierung auch Einzug in die Unternehmen findet. Mauro Toselli und Marc Bourguignon ihren unterschiedlichen Stilen zu sehen, gab mir die Sicherheit, dass es nicht den einen „Weg“ gibt, man aber ganz klar dranbleiben und hartnäckig sein muss.

Digitales Sketchnoten

Anna Wolska-de Keijzer hatte mir schon in der Liberating Sketching Session einen Erkenntnismoment mit Procreate beschert. Ich sage nur „Alphasperre“. Keine Frage also, dass ich bei dieser Session nicht fehlen durfte. Okay, es gibt noch viel zu tun für mich was das digitale Sketchnoten angeht. Auch ein Learning.

Der Wert von Sketchnotes

Für mich hätte es keinen besseren Abschluss geben können. Die Erkenntnis aus dieser Session war, dass wir als Sketchnoter dann Wert schaffen, wenn wir in Kontakt mit Menschen kommen, Fragen stellen und in den Austausch gehen.

Sketchnote zum Wert von Sketchnotes

Sketchnote zum Wert von Sketchnotes

Das Drumherum

Genauso wichtig wie die Sessions ist aber das Zusammensitzen, das Quatschen, das Papier-Befühlen, das Marker-Austesten, das Sich-Gegenseitig-Etwas-Beibringen und das gemeinsam Spaß haben. Es erstaunt mich immer wieder, wie großzügig die Größen der Szene ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit der Community teilen. Und dann erstaunt es mich aber auch wieder gar nicht, denn das macht die Community aus und das (und Vieles mehr) bringt mich auch dazu, jedes Jahr wieder mit dabei sein zu wollen. Im nächsten Jahr also in Belgien. Ich hatte einige Sketchnoter aus Belgien fälschlicherweise automatisch der französischen Gruppe zugeordnet. Ups.

Für weitere Impressionen schaut nach dem Hashtag #isc19fr auf Twitter und Instagram.

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