Man nehme … (Rezept)

mantel
Rezept: Serviervorschlag

 

  • eine Handvoll Beobachtungen
  • einen großen Haufen Neugier(de)
  • eine Messerspitze Leidenschaft (stubenwarm)
  • eine Prise Wahnsinn

Alle Zutaten bis auf den Wahnsinn sorgfältig vermengen und eine lange Weile kühl stellen. Den Wahnsinn schließlich vorsichtig unterheben, so dass eine zähe Masse entsteht. Abwarten und Kaffee Tee nüchtern bleiben.

Die Beobachtungen sollten nicht zu frisch sein. Aber auch nicht zu lange abgelagert. Am besten eignen sich die, die man schone Weile mit sich herumträgt, ohne genau zu wissen, wohin damit. Beispielsweise der Satz, der im Meeting hängengeblieben ist, der Blick, der länger dauerte, als geplant, die eine Frage, die niemand gestellt hat, aber die alle im Raum gehört hat. Am bestem sammelt man die Beobachtungen nebenbei. Nie mit der Absicht diese sofort zu verwerten. Beobachtungen, die man zu früh verwertet, werden zäh und geschmacklos. Beobachtungen brauchen Zeit sich zu setzen.

Die Neugier(de) darf ruhig großzügig beigemischt werden. Hier gilt: Mehr ist mehr. Bitte darauf achten, dass sie roh, ungefiltert bleibt, bevor sie sortiert wird. Nicht zu früh aussortieren, kategorisieren. Das Unfertige, das Zufällige fällt sonst durchs Raster.

Die Leidenschaft dagegen braucht nur eine Messerspitze. Stubenwarm, nicht kalt, nicht heiß. Die Kunst liegt in der Dosierung: gerade so viel, dass man merkt, da steckt jemand mit ganzem Herzen dahinter.

Diese drei Zutaten jetzt sorgfältig vermengen. Erst zum Schluss kommt ein Schuss kleiner Wahnsinn dazu.

Und dann Abwarten.