Anfang Mai habe ich an einem 4-tägigen Art of Hosting and Harvesting Training teilgenommen.
Mich hat die Neugier auf Harvesting dort hingezogen. Eine Praxis, die mich schon länger beschäftigt. Die Idee, das Wesentliche aus einem Prozess zu ernten, zu verdichten, sichtbar zu machen. Das hat viel mit meiner Arbeit zu tun. Ich wollte mehr davon verstehen.
Was mich wirklich getroffen hat, war etwas anderes.

Nicht die Methode. Die Haltung.
Art of Hosting ist eine Sammlung von Methoden – World Café, Open Space Technology, Pro Action Café. Aber darum geht es eigentlich nicht.
Was mich beschäftigt hat: Nicht direkt in Lösungen denken. Fragen stellen, bevor man antwortet. Aushalten, was noch unklar ist.
Das klingt einfach. Ist es nicht.
Direkt beim Zuhören anfangen zu strukturieren, zu ordnen, zu lösen – das ist meine Stärke, das habe ich durch das Zeichnen von visuellen Notizen trainiert. Diese Stärke hat aber einen Preis. Manchmal überspringt man dabei die eigentliche Frage.
Die Frage hinter der Frage.
Das ist, was ich mitnehme.
Manchmal ist es: Wir sind uns selbst nicht einig, was diese Transformation bedeutet. Manchmal ist es: Wir wissen nicht, wie wir unsere Mitarbeitenden mitnehmen sollen. Manchmal ist es: Wir haben Angst, dass die Strategie nicht trägt.
Ein Bild kann all das sichtbar machen. Aber nur, wenn ich vorher die richtige Frage gestellt habe.
Eigene Präsenz – das hat mich am meisten überrascht
Ich hatte nicht erwartet, dass mich das so trifft.
Im Training habe ich ein Feed Forward gestaltet und das World Café mitfacilitiert. In einem dieser Momente habe ich die Gruppe zum Zeichnen angeleitet – mitten in einem Facilitations-Training. Das war kein Plan. Es ist einfach passiert.
Und ich spürte: Ich bin ruhig. Ich habe eine Präsenz im Raum. Durch Worte, aber auch durch Pausen und Körperhaltung. Die Gruppe ist mitgegangen.
Vielleicht ist das meine Brücke: zwischen der Welt des Art of Hosting und der Welt der Strategiebilder. Nicht die Methode – sondern die Haltung des Zuhörens, des Innehaltens, des Fragens. Und dann das Bild.

Was das für meine Arbeit bedeutet
Harvesting verstehe ich noch nicht vollständig – weder als Praxis noch als Teil meiner Identität. Aber genau das macht es spannend.
Was ich weiß: Die Frage hinter der Frage zu suchen, macht meine Arbeit besser. Nicht schneller. Besser.
Und das ist ein guter Anfang.
Wenn du wissen möchtest, wie Strategiebilder das Wesentliche in deiner Organisation sichtbar machen – ich bin gespannt auf deine Frage dahinter.